Das Geschütz

Das Geschütz des Garderhøjforts

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Bei seinem Bau war das Garderhøjfort topmodern. Es war u.a. mit Verschwindtürmen ausgestattet, worin die Soldaten auf zwei Arten geschützt wurden. Erstens waren die Türme gepanzert und zweitens wurde der Turm nur angehoben – wobei er sichtbar wurde –, wenn geschossen werden sollte. Das Anheben und Senken der Verschwindtürme und das Aufwinden der Munition für die Kanonen geschah durch Handkraft, Kurbeln und Tretkurbeln.

 Das Geschützstockwerk

Ein großer Teil des Geschützes wurde vom Geschützstockwerk bedient. Das Garderhøjfort war mit vier 15 Zentimenter Kanonen, zwei 75 Mm Kanonen, zwei 53 Mm Kanonen und vier 47 Mm Kanonen sowie leichte Waffen und Handwaffen ausgestattet. Zwei der 15 Zentimenter Kanonen waren in einem Doppeltturm angebracht, der unter dem Namen ”15 Zentimeter Zweierkanonenturm” ging.

Das Geschütz im Garderhøjfort war für die damalige Zeit im Jahr 1892 kräftig und topmodern. Es gab mehrere Kanonen mit unterschiedlicher Reichweite, damit man den Feind auf kurzer und langer Distanz beschießen konnte. Das Garderhøjfort war u.a. eine Reaktion auf dem Krieg im Jahr 1864.

Die weitreichenden Kanonen waren oben auf der Artilleriekasserne platziert, während die kurzreichenden Waffen in Richtung Graben und auf mögliche Feinde in der Nähe des Forts zeigten. Teil des Geschützes war dafür berechnet, wichtige Ziele in der Kopenhagener Befestigung beschießen zu können. Es klingt vielleicht widersprüchlich, seinen eigenen Verteidigungswerke beschießen zu wollen, aber es wäre besser diese Konstruktionen zu zerstören, als sie dem Feind zu überlassen.

Die Verschwindtürme machten die Soldaten „unsichtbar“

Das Prinzip eines ”Verschwindturmes” war, dass er nach Bedarf angehoben und wieder gesenkt werden konnte. Wurde der Verschwindturm nicht benutzt, wurde er wieder nach unten in das Fort gesenkt und wurde so unsichtbar für den Feind. Wollte man schießen, wurde der Verschwindturm wieder nach oben angehoben, damit die Kuppel und die Kanone über das Fort hinausragten. Nach dem Abschießen wurde der Turm wieder gesenkt. Auf dieser Weise war das Geschütz so wenig Zeit wie nötig sichtbar. Sollte ein Feind entdeckt werden, würden die Soldaten geschützt sein, während sie gleichzeitig die Waffe laden und grob einstellen konnten.

Ein starkes Fort

Das Garderhøjfort besaß Geschütze von England, Frankreich, Schweden und Deutschland. Die Frage ist, ob das Fort im Kampf siegreich ausgehen würde. Zum Glück wurde es nie getestet, aber nach Einschätzung von Militärleuten war das Garderhøjfort ein starkes Fort mit so viel Geschütz, dass es jede Menge Geschütz und Soldaten forderte, wenn der Feind beim Belagern des Forts erfolgreich sein wollte. Das Garderhøjfort wurde auch mit dem französischen Fort Verdun verglichen, das von den Deutschen eingenommen wurde. Man schätzt ein, dass das Garderhøjfort stärker als die französischen Forts bei Verdun war.

Die schweren Geschütze

Zwei deutsch hergestellten 53 Mm Kanonen:

Es gaben zwei Verscwindtürme mit je seiner 53 Mm Kanone. Diese Kanonen wurden in Deutschland von der Firma Grusonwerk gekauft. Sollte vom Turm geschossen werden, wurde im unteren Raum eine Klinke heruntergedrückt, wobei der Turm wegen des Gegengewichts angehoben wurde.

Zwei 15 Zentimeter Kanonen in Einzeltürmen:

Oben auf dem Garderhøjfort standen Seite an Seite zwei 15 Zentimeter Panzerlafetten von der deutschen Firma Grusonwerk. Sie waren beide je mit einer von der deutschen Firma Krupp hergestellten 15 Zentimeter kurzläufigen Kanone ausgerüstet.

Auf dem Turm gab es eine 15 Zentimeter dicke Metallkuppel. Ganz oben gab es einen Kanonenraum und unten den Munitionsraum. Die Kommunikation zwischen den beiden Räumen verlief anhand eines Sprachrohrs aus Messing, wenn z.B. die Munition vom Munitionsdepot zum Kanonenraum gewunden werden sollte.

Die Überwachungstürme

Ingeniør kopi

Auf jeder Seite der zwei Kanonen in Einzeltürmen gab es auch einen Überwachungsturm, der wie ein Verschwindturm funktionierte. Von hieraus konnte man die Umgebung überwachen und die Schüsse der Kanonen leiten.

Der Turm hatte z.B. eine Kuppel mit Löchern, wodurch der Beobachter die Umgebung überwachen konnte, während er durch die Stahlkappe des Turms beschützt war. Der Beobachter saß auf einem Sitz vor einem kleinen Tisch. Innerhalb der Kuppel gab es eine Skala, die der Beobachter zur Identifizierung und Entfernungsschätzung von feindlichen Stellungen helfen sollte. Der Beobachter hatte ebenso ein sehr detailliertes Panoramabild der Umgebung, das zur Festlegung der feindlichen Stellungen benutzt werden konnte.

Zwei 15 Zentimeter Kanonen im Doppeltturm (die Zweierkanone)

Die Zweierkanone war das schwerste Geschütz des Garderhøjforts. Der Turm der Zweierkanone und der Turmmechanismus umfasste zwei Flure. Der oberste Flur bestand aus dem Turm, wodrin sich die zwei 15 Zentimeter Kanonen mit einem Abstand von 1,5 Metern befanden. Der Kanonenkommandeur platzierte sich zwischen den zwei Kanonen. Unter dem Kanonenturm gab es Munitionsdepote, von wo aus die Munition zum obersten Flur des Kanonenturms gewunden werden konnte. Die Kanonen und der beschützende Panzerkuppel konnten ebenfalls vom untersten Flur gedreht werden.

Der Turm der Zweierkanone lag tiefer als die Türme der anderen Geschütze. Dies hieß, dass die Zweierkanone nur in östlicher, südlicher und westlicher Richtung schießen konnte. Musste ein feindliches Ziel Richtung Norden beschossen werden, wurde dies durch indirekte Beschießung durchgeführt. Bei einer direkten Beschießung konnte der Kanonenkommandeur durch ein Mannloch, das mit einem losen Deckel versehen war, hinausschauen und er konnte auch Kimme und Korn wie bei einem Gewehr benutzen. Befand sich das Ziel jedoch in nördlicher Richtung, musste die Kanone vom untersten Flur des Kanonenturms eingestellt werden. Von hieraus konnte die Position des obersten Flurs anhand einer Sichtskala eingestellt werden. Wenn der Kanonenkommandeur den Befehl gab, auf eine bestimmte Stellung zu zielen, konnte die Mannschaft auf dem unteren Flur die Skala ablesen und dadurch den Kanonenturm in die korrekte Position bringen.

Hier sieht man z.B., dass man u.a. bei der Ermelund Brücke und die Dämme des Befestigungskanals, die bei den Flutungen benutzt werden sollten, die Beschießung von vorrückenden Feinden vorbereitet hatte. Diese waren nämlich wichtige Konstruktionen über die, der Feind nicht die Kontrolle erlangen durfte.

Die Reichweite der Zweierkanone im Garderhøjfort betrug 5.700 Metern, weil sie vertikal nicht sehr beweglich war.

Die zwei 75 Mm Kanonen

Auf jedem der zwei Flüge des Forts gab es einen Turm mit einer 75 Mm Kanone. Die Türme kamen von der französischen Firma Compagnie des Hauts-Fourneaux, Saint Chamond und die Kanonen waren von der deutschen Firma Krupp hergestellt worden. Bevor man mit der Kanone schießen konnte, musste sie in Schießposition gekippt werden. Anhand eines besonderen Mechanismus konnte die Kanone nach vorne durch die Seite des Turms geschoben werden. Oben auf dem Turm war Platz für 42 Patronen. Wenn geschossen wurde, musste stets neue Munition vom unteren Flur nach oben gewunden werden.

Für den Nahkampf:

Vier 47 Mm Kanonen:

Um die Gräben rund ums Fort zu sichern, gab es verschiedenes eingebautes Geschütz zur Wehr gegen Feinde, die zu nah gekommen waren. Die Kehle (oder der Kehlkoffer) sollte den Kehlgraben und den Eingang des Forts sichern. Hierfür war eine 47 Mm Kanone von der französischen Firma Hotchkiss installiert.

Die Kaliber der Kanone:

Wenn man z.B. von einer 15 Zentimetern Kanone spricht, heißt das, dass die Kanone ein Kaliber von 15 Zentimetern und damit einen Lauf mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern hat.

Hier sehen Sie eine Aufnahme von der Zeit als wir den Ersatzlauf für die Zweierkanone aus dem Erdgeschoss hoch zum Panzerturm wanden. Im Jahre 1920, als die aktive Nutzung des Forts aufhörte, wurden die ursprünglichen Läufe verschrottet. Glücklicherweise fanden wir identische Ersatzläufe, sodass die Zweierkanone genauso aussieht wie damals, als das Fort gebaut wurde.