Die Mannschaftsstube
Garderhøj Fortet til folder

Versuchen Sie mal wie die Soldaten im schmalen Leinenbett zu schlafen.

Es gab ein unheimliches Gedränge in der Stube, wenn alle zu Bett wollten.

Die Mannschaftsstube hatte Platz für 26 Soldaten: 24 einfache Soldaten in doppelten Etagenbetten und 2 Unteroffiziere in Einzelbetten. Im Fort gab es Platz für ungefähr 200 Mann. Dies war die Artilleriemannschaft im Fort. Darüber hinaus gab es Schlafplätze für die Infanteriemannschaft in der Infanteriekaserne hinter dem Fort. Hier gab es ungefähr genauso viel Platz wie im Fort. Das Garderhøjfort war das einzige Fort in der Kopenhagener Befestigung, die eine Kaserne für die Infanteriestreitkräfte besaß, die in der Verteidigung des Forts teilnehmen würden.

Ein Teil der Soldaten in der Kopenhagener Befestigung wurden während des Zweiten Weltkrieges privat untergebracht, weil es für die größere Anzahl an Männer, die zur Sicherungstruppe eingezogen wurden, in der Kaserne kein Platz gab.

 

Von privater Kleidung zur militärischen Ausrüstung

Wenn man zur Sicherungstruppe eingezogen wurde, musste man seine eigene Kleidung und sein persönliches Eigentum abgeben. Belægningsstue-001Die sogenannte ”Außenausrüstung”, wie z.B. die Uniform und die Stiefel, wurde vom Militär ausgehändigt.

Bestimmte Sachen mussten die Soldaten selbst mitbringen. Diese Sachen waren unter anderem:

  • Die ”Unterausrüstung” wie Unterwäsche, Hemden und Strümpfe.
  • Putzsachen für die Uniform und die Stiefel und Toilettenartikel wie auch Flickzeug, damit man selbst die Ausrüstung flicken konnte. Und dann durfte man ein Bild von der Familie, der Frau oder der Freundin mitbringen.
  • Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges war es nicht ungewöhnlich, dass ein eingezogener Soldat in einer der im Krieg beteiligten Armeen seine Frau oder Freundin zum Fotografen mitnahm, bevor er in den Krieg zog. Sie haben sich fotografieren lassen, damit der Soldat ein Foto mitbringen konnte und die Familie ein Foto zu Hause haben konnte. Manchmal war dies das letzte Foto, das vom Soldaten genommen wurde.

 

 

uniEin Foto für die Lieben

Am Ende des 19. Jahrhunderts – und am Anfang des 20. Jahrhunderts – war es auch in der dänischen Armee gewöhnlich, dass die eingezogenen Soldaten beim Fotografen ein Foto von sich machen ließen, das dann in Visitenkartenformat kopiert wurden. Diese konnte der Soldat an die Freundin, die Frau, den Freunden oder den Eltern schicken.

Er könnte es auch dem Dienstmädchen bei einer wohlhabenderen Familie geben, mit dem er ein Bratkartoffelverhältnis hatte. Der Soldat ging z.B. mit ihr in die Stadt und er besuchte sie auch zum Mittagsessen unten in der Küche, wo sie als Dienstmädchen arbeitete.

Die allgemeine Wehrpflicht für alle Männer wurde mit dem ersten Grundgesetz Dänemarks im Jahr 1849 eingeführt. Von da an waren alle Männer zwischen 18 und 50 Jahren verpflichtet, das Land zu verteidigen und mit 18 Jahren wurden alle Männer zur Musterung einberufen und wurden als tauglich, begrenzt tauglich oder untauglich beurteilt. Mindestens 50% eines Jahrgangs wurden – oder werden – typisch als tauglich beurteilt.

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Wehrpflicht und Wehrpflichtverweigerung

Zur Zeit des Ersten Weltkrieges wurden die meisten Männer zu einer Ausbildung der Dauer einiger Monaten eingezogen. Als der Krieg im August 1914 ausbrach, wurde eine Sicherungstruppe von mehreren Jahrgängen eingezogen. Am Anfang des Krieges bestand die Truppe aus 60.000 Männer im Alter 20 bis 36 Jahren.

Als Folge der Wehrpflicht während des Ersten Weltkrieges gab es auch Wehrpflichtverweigerer. Diese waren unter anderem junge Männer vom Sozialdemokratischen Jugendbund (SUF). Sie wurden verhaftet. Im Jahr 1917 wurde in Dänemark als drittes Land der Welt ein Wehrpflichtverweigerungsgesetz eingeführt, das die Ableistung des Wehrdienstes ermöglichte.

 

Besorgnisse

Für die Soldaten im Garderhøjfort gab es während des Ersten Weltkrieges viele Besorgnisse. Würde der Krieg nach Dänemark kommen? Würde das Fort den Feind fernhalten können? Wie ging es der Familie, dem Bauernhof, der Werkstatt oder dem Geschäft zu Hause? Den Soldaten wurden nicht viel erzählt, aber sie konnten sicher sein, dass die Familie ihre Arbeitskraft vermisste.

Die Strafe für das frühzeitige nach Hause Zurückkehren

Für viele Bauern wurden das Säen und die Ernte von der Einziehung beeinträchtigt und viele Soldaten setzten sich selbst militärischen Strafen aus, weil sie ohne Urlaub nach Hause reisten, um am Bauernhof mitzuhelfen. Im Jahr 1917 rieß ein junger Zeitsoldat (ein einfacher Artillerist) vom Dienst aus, um seinem Vater, der Krüppel war, zu helfen, und der deshalb nicht selbst die Ernte nach Hause bringen und pflügen konnte. Der Soldat hatte 12 Tage Urlaub beantragt, die ihm aber verweigert wurden. Er riss sechs Tage aus und wurde mit fünf Tage Dunkelarrest bestraft – einem Arrest ohne Licht.

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