Die Zweierkanone

Feuer frei! ATO8935

Für die Ausstellung des Forts ist eine Kopie der ursprünglichen Zweierkanone hergestellt worden. Hier können Sie probieren, die Zweierkanone abzuschießen. Im obersten Stockwerk finden Sie den Kanonenraum mit zwei Kanonen. Im untersten Stockwerk schwenkt man die Kanone in die gewünschte Schussrichtung.

Die ursprüngliche Zweierkanone

Als die ursprüngliche Zweierkanone erworben wurde, war sie einer der besten Geschütze, die es zu der Zeit gab. Die Zweierkanone hatte zwei 15 Zentimeter Kanonen; das heißt, dass der Durchmesser der Kanonenröhre 15 Zentimeter betrug. Ganz oben gab es einen massiven von dickem Stahl hergestellten Turm, der die Soldaten, die die Kanone bedienten, schützen sollte. Im Stockwerk darunter fanden die restlichen Soldaten, die die Kanone bedienten, guten Schutz. Die Kanone war nach gründlichen Studien als eine der besten ihrer Art in Deutschland gekauft worden.

Eine Schussweite von 6 Kmpansertårn-001

15 Zentimeter Kanonen waren in den Forts der Landbefestigung festmontiert, konnten aber auch als bewegliches Befestigungsgeschütz, z.B. in den Batterien des Westwalls (offene Stellungen mit Kanonen), benutzt werden.

Die Zweierkanone konnte nur in direkter südlicher, östlicher und westlicher Richtung, doch nur in indirekter nördlicher Richtung schießen. Das hieß, dass man den Feind nicht sehen konnte, falls er aus nördlicher Richtung hervorrückte. Hierfür benutzte man Späher, um die Position des Feindes zu identifizieren.

Eine 15 Zentimeter Kanone wie die des Garderhøjforts hatte eine effektive Schussweite von bis zu 7.500 Metern abhängig davon, ob die Kanone in einem Fort (die kürzeste Schussweite) oder als bewegliche Installation (die längste Schussweite) angebracht war. Die Schussweite der Kanone im Garderhøjfort betrug 5.700 Metern, weil sich die Kanone nicht sehr in die Höhe bewegen ließ. Die Zweierkanone im Garderhøjfort konnte mit ihren zwei Kanonen zwei Schuss in der Minute abgeben.

Eine Bemannung von 18 Mann

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Es bedurften 18 Mann, um die Zweierkanone zu bedienen, und es wurden Übungen abgehalten, wo jede kleinste Einzelheit wieder und wieder trainiert wurde. Denn wenn es erst mal losging durften keine Fehler gemacht werden.

Die Soldaten, die die Kanone bedienten, waren auf zwei Stockwerke verteilt – der Kanonenturm und das untere Stockwerk. Deshalb war die präzise Kommunikation miteinander wichtig. Die Munition musste z.B. von den Munitionsdepots mit einem „Munitionsaufzug“ in das oberste Stockwerk hinaufgewunden werden. Man geht davon aus, dass die Soldaten durch ein Sprachrohr miteinander kommunizierten.

 

Optimized-DSC_0316Wurde nie in Gebrauch genommen

Dänemark wurde nie von Feinden angegriffen und die Zweierkanone wurde nie in Gebrauch genommen. Laut dem Wissen über das Fort wurde die Kanone nur bei einer Gelegenheit abgeschossen und das war während eines Testschießens im April 1917. Damals wurde ein Klumpen Eisen ohne Sprengladung verwendet und das Ziel war ein schwimmendes Schießziel in Lyngby See, um so wenig Schaden wie möglich zu verursachen. Dennoch verlief die Flugbahn der Kugel über ein besiedeltes Gebiet und zwei der abgeschossenen Kugeln mussten nach Abschluss der Übung lange gesucht werden, so ein Soldat, der bei dem Testschießen dabei war.